Goethe kam es mehr auf die Qualität des Lichts an. Seine Anschauung ist der Newtons entgegengesetzt. Er bewies, dass die Farben aus dem polarischen Gegensatz von Licht und Finsternis entstehen.
Jede Farbe enthält einen genauestens festgelegten Anteil von Helligkeit und Dunkelheit in sich. Goethe kam es auf das konkret Sinnenhafte der "farbigen Farbe" an. Er war sich des Vielfältigen und unbestimmbaren der Farben bewusst, daraus entstanden seine Aussagen über die sinnlich – sittliche Farbwirkung. Goethe zeigte den Weg auf, die Farben in ihrer psysologischen Wirkung zu bestimmen.
Er teilte die Farben in eine Plus – Seite und eine Minus – Seite.
Die Farben der Plus – Seite bezeichnete er als regsam, lebhaft, strebend.
Die Farben der Minus – Seite werden als unruhig, weich und sehnend beschrieben.
Goethe sagte, daß nichts isoliert ist, man muss sehen, daß alles aufs Engste zusammengehört. Polarität und Steigerung sind die tragenden Prinzipien.
Die Farbenlehre heute
Die Wissenschaftler beider Anschauungen über die Farben sind heute immer noch gegensätzlicher Meinung. Sie lassen einander nicht gelten. Jede Seite vertritt beharrlich ihren Standpunkt. Die Praktiker sind schon einen gewaltigen Schritt weitergekommen. Sie haben die Verschmelzung aus beiden Richtungen weitgehend vollzogen. Teils bewusst, teils auch unbewusst.
Von Hölzel wurde der chromatische Farbenkreis Goethes unter Anwendung der Gedanken Newtons erweitert. Goethes Farbangaben finden sich heute in den modernen Entwurfsfarben für den Normdruck nach DIN oder EURO Farben wieder. Sie haben auch in den Farbpaletten der Kosmetik – Hersteller Einzug gefunden. Dadurch gehen auch Kosmetikerinnen täglich damit um, ohne es bewusst zu wissen. Die Maler, der auf Newton und Goethe folgende Epochen, haben die Angaben beider zu einem Farbgeschehen verbunden, ebenso die modernen Farb – Forscher und Farb – Psychologen.
Maler, Pädagogen und Therapeuten sind künstlerisch freie Nutznießer, der Lehren beider Forscher. Die neueren Farbforscher wie Ostwald, Wohlbold, Matthaei, aber auch Speiser, Heimendahl und Frieling haben in Abwägung beider Lehren den ewigen Streit längst geschlichtet. Ihre Werke sollten viel mehr beachtet werden. Und doch steht fest, daß bis heute noch niemand den Entwurf Goethes entscheidend übertroffen hat.
Beim nächsten mal erzähle ich euch etwas von der Farbtherapie, bis dahin sage ich Tschüß.
Eure Elke
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