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Die Farbenlehre

Blau

Im Sprachgebrauch wird Blau viel verwendet, jemand der "Blau" ist, d.h. zuviel Alkohol im Blut hat, wird vom "Blaukreuz" gerettet, einer Bewegung, die sich der Alkoholiker annimmt. Man kann sein "blaues Wunder" erleben, wenn etwas schreckliches passiert, oder die "Blaue Blume" suchen, die in der Menschheit eine metaphysische Sehnsucht ausdrückt. Einer kann "das Blaue vom Himmel herunterreden" oder "ins Blaue reden", wenn er nicht so recht, weiß wovon er spricht. Jemand kann den "blauen Dunst vormachen", eine "Fahrt ins Blaue" unternehmen oder der Jäger hat "ins Blaue geschossen". Es ist dabei immer etwas Ungewisses gemeint. Wir kennen weiter die "blauen Flecken", oder sind noch einmal "mit einem blauen Auge davongekommen". Es gibt den "Blauen Montag" oder jemand macht einfach "Blau", wenn er unerlaubt der Arbeit fernbleibt.
In den Fabriken ist der "blaue Anton" (ein Overall) und auch ein "blauer Kittel" Ausdruck dafür, daß jemand nur ein kleines Glied in einer großen Kette ist.
Blau drückt immer etwas Unvorhersehbares, Grenzenloses, manchmal auch mit schmerzlicher Erwartung Verbundenes aus. Blau stimmt den Menschen romantisch, es führt in den Bereich, der außerhalb des Gegenständlichen und Begrifflichen liegt. Blau hat für die Seele des Menschen ein Doppelgesicht. Es ist einerseits das aller Individuellste, das Seelische, und andererseits das Allgemeinste, Kosmos oder All. Blau ist der Glanz der Seele. Goethe sagt, es ist eine sehr kalte Farbe und der Farbpsychologe Lüscher meint: Blau ist die Vorraussetzung für die Einfühlung, für ästhetisches Erleben und besinnliches Nachdenken. Wer Blau ablehnt, flieht vor entspannender Ruhe, und das Bedürfnis einer vertrauensvollen Bindung bleibt unbefriedigt.

Beim nächsten mal gibt es eine ganze Menge über Rot zu erfahren. Bis dahin Tschüß eure Elke

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