Die Zeit, die du für deine Rose verwendest, macht sie einzigartig! (aus "Der Kleine Prinz")
Meine kleine Tochter liebt Computer, und alles was dazugehört.
Vor allem diese glänzenden Scheiben mit dem Loch in der Mitte. Man darf sie nicht fallen
lassen oder mit Schmierefingern angreifen.
Behandelt man sie gut, entführen sie einen in eine andere, wunderbare, phantastische Welt -
auch in die des "Kleinen Prinzen".
Ich habe das Buch gelesen - meine Tochter huscht mit der Maus durch die Geschichte, zähmt den Fuchs, der im Bildschirm wohnt, und begießt die virtuelle Rose auf Asteroid B 612.
Vor allem die Rose liebt sie heiß!
"Lina, Schluss jetzt, geh schlafen..."
"Nein, nur noch einmal die Rose gießen...."
"Mach schnell...." "Geht nicht Mama, aufs Gießen muß man warten, da braucht man Geduld, sonst wird nichts aus der Blume. Gib mir noch etwas Zeit."
Eine "kurz vor dem Zu-Bett-Gehen" - Ausrede. Typisch. Wer hat ihr nur diese CD geschenkt?
Ach ja, das war ja ich. Weil mir dieses Spiel zu langweilig, zu aufwendig, zu langatmig war.
Ich habe keine Zeit diese Rose zu gießen und ich habe keine Zeit für das Kind, das die Rose gießt.
Das Schlechte Gewissen - wie es nur Mütter haben können - schnürt mir den Hals zu.
Dieses Mädchen, das versucht, eine Blume am Leben zu erhalten, die es gar nicht gibt, ist meine Rose!
Sie muß ich gießen, an sie muß ich immer denken. Für sie muß ich Geduld haben. Für sie bin ich verantwortlich. Sie wächst langsam, sie braucht Zeit. Sie ist ein einzigartiger Mensch.
Übrigens: Lina hat es bereits geschafft, den Fuchs zu zähmen.
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