Seit kurzem bin ich alt.
Als ich noch jung war, vor ca. einem Monat, zählten für mich die über 30-Jährigen eigentlich schon zu den Senioren.
Seit meinem letzten Geburtstag muß ich mich, wohl oder übel, mit meinen Altersgenossen identifizieren.
Das ist aber gar nicht so einfach.
Ist euch schon einmal aufgefallen, dass fast alle 30 bis 60-Jährigen irgendwie gleich sind.
In erster Linie sportlich, schlank, aktiv, ungeheuer gesellig und übertrieben unpassend jugendlich.
Und je mehr sich der 30er dem 60er nähert, desto sportlicher, schlanker, aktiver, ungeheuer geselliger und maßlos (um nicht zu sagen peinlich) jugendlicher wird er.
Besonders schlimm ist der 40er. Er konkurrieren oft schamlos mit seinen pubertierenden Kindern. Während der 30er der wahren Jugend ja noch sehr nahe ist, muß der 40er schon einiges vortäuschen. Das hat die Kosmetik-, Textil- und Sportartikel-Industrie aber schon lange vor mir bemerkt.
Etwas einfacher hat es da der 50er. Die unmittelbare Konkurrenz, die jugendlichen Kinder, sind aus dem Haus, und er verfügt in der Regel über ein dickes Gehaltskonto. - Jugend ist käuflich.
In Form von Aktiv-Cluburlauben, Sportclubs und Wellness-Farmen.
Einen großen Vorteil hat der 60er. Er hat Zeit. Den ganzen Tag - und den braucht er auch um sich uns seine vielen Hobbys zu pflegen. Radfahren, Laufen, Inline-Skaten, Kultur....
Als ich noch jung war, dachte ich, dass das Älterwerden sicher auch seine Vorteile hat.
Lebenserfahrung, Weisheit, Gelassenheit, Ruhe...
Also ein Lebensabschnitt, auf den man sich durchaus auch freuen kann.
Aber seit ich zu der "großen Altersgruppe" der über 30-Jährigen gehöre, fürchte ich, dass die Erhaltung meiner ewigen Jugend meine letzten Kräfte rauben wird.
Alt werden ist nicht mehr gefragt. Wer alt ist, ist schwach, krank und lästig.
Jeden noch so blöden Trend mitmachen und mit 50 noch einen knackigen Hintern haben, das ist in. Lebenserfahrung und Weisheit.........interessiert keinen mehr.
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