"Es gibt keine behinderten Menschen"
von Sigrid und Gerhard
Geschrieben von Sigrid am 13. Oktober 1998 at 10:19:29:
Ich möchte nun einmal was feststellen, ich bin der Meinung,
daß es keine behinderten Menschen gibt. Behindert ist nur
der jenige der nicht lieben kann. Ich selbst bin eine Frau die
keinen Unterschied macht, ob jetzt jemand ein Handicap hat
oder nicht für mich ist wichtig, wie er ist, wie sein Charakter
ist, wie er sich gibt und vorallem was er aus sich macht. Ich
sage immer wichtig ist der Mensch und nicht ob jetzt
irgendeine Art von Handicap vorliegt. Seit doch alle mal
ehrlich gibt es wirklich Menschen ohne hindicap. Was nun
die Sexualität betrifft, ich weiß schon, daß es für einen
Menschen mit Handicap nicht leicht ist, aber warum
aufgeben, auch dieser Personenkreis findet seinen "Deckel",
ich selbst setze mich mit diesen Dingen sehr oft auseinander,
da ich selbst sehr gute Freunde mit Handicap habe, aber
wenn sich jemand nur verschließt und niemanden an sich
ran läßt, dann kann man auch nicht auf ein Wunder warten.
Macht doch endlich die Augen auf, seit so wie ihr sein wollt
und verstckt auch nicht immer hinter euer Handicap. Wollt
ihr leicht im Selbstmitleid ertrinken, das hat keinen Sinn
und auch so werdet ihr nie das bekommen was ihr eigentlich
wollt.
Nun noch eine kleine Anmerkung, ich selbst habe auch ein
handicap, aber ich habe gelernt damit zu leben und
eigentlich die meiste zeit vergesse ich es auch, ich habe
gelernt das es wichtigeres gibt als sich selbst zu bemitleiden.
Antwort von Gerhard:
Hi,Du sagtest
Ich möchte nun einmal was feststellen, ich bin der Meinung, daß es keine
behinderten Menschen gibt.
Sicherlich eine sehr löbliche Einstellung, aber doch
sicherlich etwas lebensfremd. Wenn man durch
"Behinderung" zwangsweise aus dem Berufsleben (mit 35
raus ist, weil man wegen MS zum Teilzeit-Rollstuhlfahrer
wurde und sich ansonsten mit verschiedenen
Gesundheitsproblemen rumschlägt, dann ist man halt
behindert. (Du merkst jetzt sicherlich, daß ich von mir
spreche)
Behindert, gehindert; daran, -für Normalos gebaute- Treppen
zu benutzen. Behindert , gehindert ; daran, Behördenwege zu
machen.
Behindert, gehindert ; daran, ein simples Einschreiben bei der
Post abzugeben. Und dies alles nur wegen der Treppen, zu
enger Fahrstühle, zu schmaler......wie auch immer (alles was
für einen Rolli halt zu schmal/hoch ist.) In einem Idealstaat
(der für Minderheiten da wäre)hätte ich dann möglicherweise
ein interessiertes Forum??
Behindert ist nur der jenige der nicht lieben kann.
Etwas sehr simpel!!
Ich liebe!!!
Zwar (inzwischen) ohne Entgegnung, aber ich liebe....immer
noch!!
Und zwar jene Frau, die mit meiner MS-Behinderung nicht
klar kam.
Und zweitens nocheinmal: viel zu simpel!!
Kennst Du folgende Aussage: Nur wer sich selbst liebt, kann
andere lieben?
Ich habe (zwar erst) nach fünf Jahren ("Selbstmitleid", div.
Suizidversuchen, Fettsucht durch Cortison, mangelnder
Bewegung..... etc.)gelernt, mich selbst wieder zu lieben
(Egozentrik???, Überheblichkeit??).
Ich selbst bin eine Frau
Ist das jetzt ein Unterschied zum emotinal ärmeren Mann??
die keinen Unterschied macht, ob jetzt jemand ein Handicap hat oder nicht
für mich ist wichtig, wie er ist, wie sein Charakter ist, wie er sich gibt und
vorallem was er aus sich macht. Ich sage immer wichtig ist der Mensch
und nicht ob jetzt irgendeine Art von Handicap vorliegt. Seit doch alle mal
ehrlich gibt es wirklich Menschen ohne hindicap.
Was nun die Sexualität betrifft, ich weiß schon, daß es für einen
Menschen mit Handicap nicht leicht ist, aber warum aufgeben, auch
dieser Personenkreis findet seinen "Deckel", ich selbst setze mich mit
diesen Dingen sehr oft auseinander, da ich selbst sehr gute Freunde mit
Handicap habe, aber wenn sich jemand nur verschließt und niemanden
an sich ran läßt, dann kann man auch nicht auf ein Wunder warten.
Macht doch endlich die Augen auf, seit so wie ihr sein wollt und verstckt
auch nicht immer hinter euer Handicap. Wollt ihr leicht im Selbstmitleid
ertrinken, das hat keinen Sinn und auch so werdet ihr nie das bekommen
was ihr eigentlich wollt.
Nun noch eine kleine Anmerkung, ich selbst habe auch ein handicap,
aber ich habe gelernt damit zu leben und eigentlich die meiste zeit
vergesse ich es auch, ich habe gelernt das es wichtigeres gibt als sich
selbst zu bemitleiden.
Tolle Statements.
Leider weiß ich um andere "Realitäten". Kenne inzwischen
einige spina-people. Männlein und Weiblein. Tetras sind u.A.
auch dabei.
Selbst Menschen und Freunde, die sich nur durch
Akzeptieren und Gegenkampf hirnmäßig kaum
unterscheiden; einige von "UNS" reden nicht miteinander,
erkennen keine gemeinsamen Interessen. SOVIEL zur
nicht"Behinderung". Bitte, verzeih meine agressive
Rückantwort. Fühlte mich halt persönlich angesprochen.
Ansonsten:
Freundliche Grüße
aus dem nieseligem Hambueg
Gerhard Peters
Antwort darauf von Sigrid
Nun Gerhard ich bin weder lebensfremd noch eine
Träumerin, nur es hat doch keinen Sinn, wenn ich den
ganzen Tag über nur meckere, ich muß was tun und nicht
tatenlos dasitzen und über meine Leben nachdenken und es
niemanden sagen was mich stört. Ich kann Dich verstehen,
aber weißt Du ich habe mit vielen Handicap people zu tun,
wir farhen auch miteinander in den Urlaub, wir
unternehmen sehr viel miteinander. Selbstverständlich
reden wir auch über alles miteinander. Bei uns gibt es keine
Tabus und auch keine falsche Wahrheit. Wir versuchen
gemeinsam, Lösungen zu finden, wenn mal ein Problem
auftritt. Ich finde, was wirklich falsch ist bei dieser ganzen
Sache ist, daß die meisten Menschen die eine Behinderung
haben sich zurückziehen, ich weiß schon das es nicht leicht
ist, wenn man von einen Tag aus dem leben gerissen wird
und sich plötzlich mit Dingen auseinandersetzten muß, was
man vorher gar nicht gekannt hat, bzw. nie für wahr
genommen hat. Ich finde auch das dies aber auch gleichzeitig
auch der richtige Schritt für sich selber und für die Umwelt
ist, nur Du persönlich kannst was ändern und man darf
nicht warten was vielleicht irgendwann einmal einer oder
eine macht.
Sigrid
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