Tolle Idee
von Jutta und Michael
(Was meint Ihr? Ist das normal oder verrückt? Verschiedene Standpunkte sind dazu da, um ausdiskutiert zu werden. Sag' Deine Meinung im Diskussionsforum, schreib mir (leitner@wiend.at) oder Jutta und Michael (Wmfbeh@aol.com) eine Mail dazu).
wir haben deinen kurzen Beitrag im Forum gefunden. Wir, ein paar Anfang 40ig,
finden es toll und begeistern deinen Idee.
Wir selber haben bereits schon zweimal eine längere erotischen Freundschaft
als paar mit behinderten gehabt. Ja, du liest richtig. Als paar!. Zugegeben,
wir hatten aus Neugier einmal auf einen Anzeige eines Rollis geantwortet. Das
zweite Mal war es einfach der Grund, daß es uns gefallen hat Behinderten zu
helfen ihre erotischen Träume auszuleben. Wir haben natürlich dabei auch die
Erfahrung gesammelt, daß es insgesamt recht schwer ist für die Behinderten
überhaupt ihre Sexualität auszuleben. Sicherlich ist es um ein vieles für die
Behinderten schwerer auch solchen erotischen Wünschen zu äußern, geschweige
denn die Partner dazu zu finden. Doch wenn sie ehrlich sind, ihre Wünschen
sich eingestehen, kommt manchmal der Wunsch nach mehr als nur normalem zu
"Vorschein". Bei einer der Freundschaften hat sich eine normale Beziehung
aufgetan, wo durch zwar heute nur noch eine ganz normale Freundschaft mit den
Rolli zu uns übrig geblieben ist, doch für alle von uns zufrieden stellend.
Haben wir doch durch die beiden Freundschaften gelernt, daß sich durch den
sehr frivole Tatbestand des Partnertausches, eine wesentlich lockere Position
zur Partnerschaft und zur Sexualität eingestellt hat.
Erst hat uns etwas überrascht, daß vorwiegend nur behinderte Männer sich
offen zu ihren Wünschen zu Sex mit mehr als nur der Frau bekannten.
Vermuteten wir doch dahinter den ganz normalen Umstand wie bei
nichtbehinderten Frauen auch, Frauen können viel schwerer zwischen Liebe und
sexuellen Bedürfnissen trennen. Doch das allein ist nicht der wahre Grund, es
hat indirekt schon mit dem obengenannten Grund zu tun!, den beide Männer
hatten schon kleine Bi-Erfahrungen mit dem eigenen Geschlecht. Es scheint
zumindest für die Männer leichter zusein, ihre Sexualität wenigstens zum Teil
mit dem eigenen Geschlecht ausleben zu können. Frauen sind hier deutlich im
Nachteil zu sein. Ob es an ihrem Naturell liegt, an der Gesellschaft oder
einfach des etwas stärke ausgeprägten Sexualtrieb des Mannes können wir
letztlich nicht beantworten. Wir finden es aber sehr schade, daß nicht mehr
Frauen einfach einmal wenigstens versuchen ihre sexuellen Wünschen
auszuleben. Könnten sie dadurch viel leichter wenigstens das Bedürfnis der
körperlichen Nähe erfahren und vielleicht dadurch viel unverkrampfter eine
Partnerschaft aufbauen. Unsere Meinung aus der Erfahrung heraus ist, daß wenn
zu erst einmal das Eis gebrochen ist, seinen "unvollkommenen" Körper zu
zeigen, selber zu spüren, jemanden spüren zu lassen, der nicht diesen Körper
lieben muß. Verliert sich die Angst ein Partner hätte dadurch Probleme, wenn
aus der Liebe auch sexuelle Begierden entstehen.
Wir haben beiden Freunden ermöglicht, daß sie erstmals ihren Körper, ihr
Sexualität und ihre Möglichkeiten nach dem Auftreten der Behinderung wieder
auszuleben und mit jemanden zu teilen.
Sicherlich erwächst nicht jedes Mal und immer eine Partnerschaft, aber wir
denken es kann unter Umständen vielleicht helfen. Diese Tatsache stützt sich
auch auf den Umstand, daß beide Freunde unabhängig von einander uns gebeten
haben, jetzt doch selber aktiv zu suchen und nicht nur auf Anzeigen von
Behinderten zu warten und zu antworten.
Einzig und allein die Tatsache, daß die meisten behinderten Frauen oder
Männer sich scheuen oder schämen offen ihr Wünsche in dieser Hinsicht zu
äußern und umzusetzten, hat uns bisher keinen weitere Freundschaft dieser Art
ermöglicht. Gut wir wissen, da wir nur gemeinsam eine solchen Freundschaft
suchen, wird es noch um eine ganze Ecke schwerer.
So, hier ein paar Zeilen zu deiner tollen und hoffentlich erfolgreichen Idee
Michael und Jutta
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