Er war der in letzter Zeit in den Medien und im Radio wohl
meistpräsente Musiker. Sein Tribut für Prinzessin Diana,
das umgetextete "Candle in the wind" brach täglich neue
Rekorde. So war es z.B. die erste Single, die in der
US-Hitparade gleich bei #1 einstieg. Den ersten #1-Einstieg
bei den Album-Charts hatte übrigens auch Elton John in
den 70ern. "Goodbye England’s Rose" brach auch den
Rekord von Bing Crosby’s "White Christmas" als
meistverkaufte Single aller Zeiten. Doch Achtung: "Candle
in the wind" ist auf dem Album "The Big Picture"
nicht enthalten. Dieses hatte er schon vor Diana’s
tragischem Tod aufgenommen. Eine nachträgliche
Aufnahme ins Album würde ja außerdem Probleme bringen,
da alle "Candle in the wind"-Einnahmen karitativen
Zwecken zukommen sollen. Nichtsdestotrotz ist Reginald K.
Dwight (so sein bürgerlicher Name) mit "The Big Picture"
wieder ein gutes Album gelungen. Langzeitpartner Bernie
Taupin zeichnet wieder für die Texte verantwortlich, Elton
ist für Musik, Klavier und Gesang zuständig. Produziert hat
die Songs Chris Thomas, der schon oft mit Elton
zusammengearbeitet hat. Neu hingegen ist die Kooperation
mit Anne Dudley (u.a. Art of Noise), die die Strings
arrangiert hat. Die Arrangements waren zugegebenermaßen
schon einmal etwas abwechslungsreicher, etwa auf seinem
letzten Album "Made in England". Die Songs sind fast
durchwegs Balladen, ein paar Midtempo-Nummern, aber
richtige "Rocker" findet man nicht. Aber seine Stärke sind
ohnehin eher melodiöse Love Songs (von denen es übrigens
eine gute Zusammenstellung gleichen Namens gibt). Mit
seinem Diana-Song scheint sich Elton John nun endgültig
den Status eines "everybody’s darling" der Pop-musik
erwirtschaftet zu haben. Das war nicht immer so: wegen
seiner offen zugegebenen Homosexualität und seiner oft
sehr schrillen Outfits und Bühnenshows wurde der Pianist
in den 70ern noch lächerlich gemacht und war das
Lieblingshaßobjekt der Reaktionäre. Sein Auftreten ist
mittlerweile deutlich ruhiger geworden und auch seine
Drogenabhängigkeit gehört der Vergangenheit an. Der
Großteil seiner Einnahmen kommt seit einigen Jahren der
AIDS-Forschung zugute. Nötig haben wird er, der mit
McCartney und Phil Collins zu England’s Popmilliardären
zählt, es ja nicht mehr. Anspieltips: die
Single-Auskoppelung (auf einer CD mit Candle) "Something
about the way you look tonight", "Recover your soul",
"Love’s got a lot to answer for" und der Titelsong.
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