Ich schloss die Augen und presste mich etwas fester in meinen Sitz.
Das leichte vibrieren dieser großen Jumbo-Jets beim Landanflug brachte mich auch nach vielen Langstreckenflügen noch immer in eine kribbelige Stimmung zwischen erwartungsvoller Neugier und leiser Angst.
Brian legte beruhigend seine Hand auf meine, die die Armlehne unnötig fest umklammert hielt.
Ich versuchte mich zu entspannen und ließ noch einmal den vorangegangen Tag Revue passieren.
Seit gestern war ich Frau Kerstin Langenbach. Ich kannte Brian schon aus der Sandkiste im Hof unserer Kölner Altbauwohnung, seit Kindertagen waren wir unzertrennlich. Nun endlich war ich auch seine Ehefrau. Wir hatten eine wundervolle Hochzeit, der ein rauschendes Fest folgte und jetzt saßen wir seit vielen Stunden im Flugzeug...
Ja, es war unsere Hochzeitsreise - und das lässt mich die Erinnerungen an die Ereignisse jener Tage in Mexiko auch jedesmal mit sehr gemischten Gefühlen durchleben.
Einerseits läuft mir noch heute ein heißer Schauer wohliger Erregung den Rücken herunter, andererseits meldet sich stets jene Stimme, die man wohl Gewissen nennt, und mahnt: "Niemals, hättest du das tun dürfen !"
..."In wenigen Minuten werden wir auf dem Flughafen von Mexico-City landen", meldete sich der Flugkapitän noch einmal zu Wort, "...leider haben wir noch keinen Blick auf die größte Stadt der Erde, da wie üblich eine Glocke aus Smog darüber liegt, die Temperatur am Boden liegt bei 32 Grad Celsius..."
Ich hatte die Augen wieder geöffnet und spähte aus dem Fenster. Ganz allmählich gab die Smogwolke den Blick auf das schier unendliche Häusermeer frei.
"22 Millionen Einwohner leben dort", erklärte Brian.
Ich nickte nur, der Landanflug kam in seine heiße Phase...
Und ich platzte fast vor Neugierde auf das Land der Mayas und Atzteken, über das ich schon soviel gelesen hatte...
Zwei Stunden später hatten wir es geschafft die Passkontrollen zu passieren unser Gepäck zurück zu erobern und schließlich sogar unseren Leihwagen, den wir von Deutschland vorbestellt hatten, in Empfang zu nehmen.
"Hier, halte bitte mal die Karte mit fest", bat Brian, der tief in die Route versunken war, die nun vor uns lag. Wir wollten Mexiko auf eigene Faust entdecken. In akribischer Kleinarbeit hatte Brian tagelang eine Strecke ausgetüftelt, Karten beschriftet, Entfernungen abgemessen und verschiedene Unterkünfte, wie Hotels, Appartements und kleine private Pensionen organisiert.
"Schau Kerstin, Liebes ", erklärte er und zeigte auf die Straßenkarte, "hier sind wir jetzt und bis zu diesem Ort müssen wir heute noch kommen, da ist unsere erste gebuchte Unterkunft."
"Zum Glück scheint es ja nicht mehr allzu weit zu sein", antwortete ich, "ich bin total erledigt."
Schweißtropfen liefen mir in Strömen von der Stirn, obwohl ein gnädiges Lüftchen in den Jeep wehte.
"Genau geplant, Schatz", strahlte Brian, "es sind bloss zwanzig Kilometer. Mir war natürlich klar, dass wir nach unserer Ankunft nicht mehr besonders fit sein würden."
Er gab mir einen Kuss auf die Wange und startete den Motor.
- Es entsprach Brians Art, alles ganz genau zu planen. Er war ein sehr gewissenhafter Mensch auf den man sich jederzeit verlassen konnte. Manchmal vermisste ich schon ein wenig Spontaneität oder auch Leidenschaft.
Meine Freundinnen behaupteten sogar, er hätte das unterkühlte Temperament seiner schottischen Mutter geerbt- doch kam es mir auf diese Dinge nicht an.
Brian war ein geduldiger ausdauernder Liebhaber, der nur leider auch diese Dinge plante.
Wichtig erschienen mir aber unsere Freundschaft, Zusammengehörigkeit und Treue. Was Erotik anbelangte, hielt ich sie eher für nebensächlich und hatte zudem auch keine Vergleichsmöglichkeiten, denn Brian war mein erster und einziger Mann- und so sollte es auch immer bleiben...-
Trotz bester Planung brauchten wir bis zum Hotel nervige eineinhalb Stunden, die wir kriechend, fluchend und schwitzend mehr stehend als fahrend im Stau verbrachten.
Erst als die Millionenstadt hinter uns zurückblieb wurde es ein wenig besser.
Dementsprechend fielen wir wie tot in unsere Betten, als wir endlich unser Hotel erreicht hatten.
*
Die Rolläden hatten wir am Vortag nicht mehr heruntergelassen, so weckte mich der erste Sonnenstrahl. Ich sprang aus dem Bett und rannte zum Fenster.
Ein feuerroter Ball kam recht schnell hinter den schneebedeckten Fünftausendern am Rand der Hochebene hervor.
Der Anblick war überwältigend.
"Komm Schatz wach auf und schau wie wundervoll die Sonne über den Bergen aufgeht", rief ich und zerrte an Brians Decke.
"Guten Morgen", brummte er, griff nach seiner Brille auf dem Nachttisch, um dann flüchtig auf das grandiose Naturschauspiel zu blicken.
"sehr schön", sagte er, stand dann auf und verschwand im Nebenraum.
"Verflixt", hörte ich ihn schimpfen, "nicht mal warmes Wasser kommt aus der Dusche."
Es war mir völlig egal, ob es überhaupt eine Dusche gab, bei diesem Anblick hätte ich mich auch in einem Blecheimer gewaschen, doch Brian sah das ganz anders.
"Ich werde mich beschweren", schimpfte er, als er aus dem Bad zurück kam, nur ein Handtuch um die Hüften.
Als ich ihn so sah, überkam mich der starke Wunsch nach Zärtlichkeit, doch ich wußte, daß ich nun selbst erst einmal kalt duschen mußte, um bei Brian das Fünkchen einer Chance zu haben...
Ich nahm es in Kauf, freute mich darauf in seinen Armen zu liegen, hinter uns das goldene Bergmassiv und die frische Luft des erwachenden Tages.
Als ich wenig später aus dem Bad zurückkam, saß Brian vollständig bekleidet auf dem Bett und hatte die Karte ausgebreitet.
Nun ja, da konnte man nichts machen...
"Komm her", sagte er, "siehst du, hier fahren wir lang", er fuhr mit dem Finger über die eingezeichneten Straßen, "...schließlich erreichen wir Guatemala und erholen uns dann in Cancun, an der Karibikküste."
Ich beugte mich scheinbar sehr interessiert, tief über die Karte und verlor dabei "zufällig" das Badetuch, das ich um meinen Körper geschlungen hatte.
"Mach dich fertig, dass wir frühzeitig loskommen", sagte Brian, ohne einen Blick auf meinen Körper zu werfen, der so gerne von ihm liebkost worden wäre.
*
Es folgten drei wundervolle Tage, in denen zahlreiche neue Eindrücke auf uns einstürmten und in Atem hielten.
Wir fuhren durch Dörfer am tiefblauen vulkangesäumten See namens Atilán, tranken dunkles Bier und Margarita mit Einheimischen, besuchten Kaffeplantagen und berauschten uns immer wieder am Duft exotischer Blumen, die in verschwenderischen Farben blühten.
Am vierten Tag erreichten wir unser für die Übernachtung geplantes Ziel schon am Mittag.
Es war eine private Unterkunft der Familie Cortés.
Maria Cortés hatte einige Jahre in Deutschland gearbeitet und lebte seit dem Tod ihres Mannes nun mit ihren drei Söhnen von der gelegentlichen Vermietung von Zimmern an Durchreisende.
Brian kannte die grauhaarige Mittfünfzigerin Maria aus der Firma, in der er im Vorstand saß und sie seinen Schreibtisch hatte sauber machen müssen.
Trotz dieses sozialen Unterschiedes verstanden die beiden sich sehr gut und entsprechend herzlich wurden wir von der Familie begrüßt.
Maria stand an einem vorsintflutlichen Herd, als wir eintraten, sie rührte in einem riesigen Topf und ließ den Löffel vor Schreck fallen, als sie uns sah.
"O, Dio Mio,...buenos dias...", stammelte sie, "Ihr viel zu früh... ich noch nicht fertig mit Sopa de Verduras..."
Dann fielen sich Maria und Brian jedoch wie alte Freunde in die Arme und eine halbe Stunde später stand die Fischsuppe auf dem Tisch.
Maria trat zu einer uralten Schiffsglocke und schlug mit dem Kochlöffel fünfmal dagegen, woraufhin in Sekundenschnelle drei junge Männer den Raum betraten.
"Darf ich vorstellen, meine Söhne, Don Antonio, Felipe und Miguel".
Nachdem wir uns bekannt gemacht hatten setzten wir uns an den wackligen Tisch.
Felipe, der älteste Sohn Marias schlug vollkommen aus der Art. Er war mindestens zwei Köpfe größer als seine Brüder. Später erfuhr ich, das er indianischer Abstammung war und einen anderen Vater als die beiden anderen hatte.
Von der ersten Sekunde an, als ich ihn sah, konnte ich meinen Blick kaum von ihm lösen. Ihm schien es genau so zu gehen, denn während wir den Suppenlöffel zum Mund führten, trafen sich immer wieder unsere Blicke. Er hatte fast schwarze Augen in denen kleine Flammen zu flackern schienen, und mich an glühende Kohlen erinnerten. Niemals hatte ich solche Augen gesehen.
Seine ebenfalls pechschwarzen Haare trug er schulterlang, lässig mit einem Lederstirnband zurückgehalten.
Als sich zum vierten Male unsere Blicke trafen, wurde ich knallrot, ich beschloß ab sofort nur noch in meinen Teller zu sehen.
Seine Blicke verwirrten mich, mehr als ich es mir je hätte vorstellen können.
Nie zuvor hatte ich einen begehrenswerteren schöneren Mann gesehen.
Sobald er seinen Teller leer hatte, stand er auf, ging an den Schrank im hinteren Bereich der Wohnküche und knallte Sekunden später eine Flasche Tequila auf den Tisch.
"Ich zeige, wie man richtig trinkt", sagte er und sah mir tief in die Augen, ich rieb mir die Stirn als schmerze sie, um diesem Blick zu entrinnen.
"Sie sprechen aber sehr gut deutsch", bemerkte Brian und ich hoffte inständig, dass er nicht mitbekommen hatte, wie Felipe mich ansah.
Felipe sah stolz in die Runde, um zuletzt wieder in meinen Augen zu versinken, "ich spreche spanisch, deutsch, englisch und einige Indio-Dialekte", verkündete er, stand dann erneut auf,
um einige Utensilien zu holen.
Ohne es zu wollen sah ich ihm hinterher. Er war schlank, dennoch kräftig und muskulös. Seine Haut war tief gebräunt und wirkte, als hätte jemand einen Schuß glänzendes Gold darüber gegossen, wahrscheinlich hatte er stark geschwitzt, denn als er zurückkam, dieses mal ganz dicht an mir vorbei, konnte ich seinen herben männlichen Geruch wahrnehmen, der tausendmal erregender war, als jedes Deo.
Mein Kopf begann leise zu hämmern, ich spürte, das etwas mit mir vor ging, dass ich nicht wollte, ich begehrte einen fremden Mann.
Nachdem Felipe jedem ein Schnapsglas hingestellt hatte, nahm er den Salzstreuer, und gab ein wenig auf seinen kräftigen Handrücken, um es dann langsam, sinnlich abzulecken.
Ein heißer Schauer lief mir den Rücken hinab.
Dann nahm er eine Zitronenscheibe, lutschte daran, sog den Saft in seinen Mund und leckte immer wieder über seine Lippen und...ließ mich nicht eine Sekunde aus den Augen, schließlich kippte er den Tequila den sein jüngerer Bruder Miguel inzwischen jedem eingeschüttet hatte mit einem Zug herunter.
"Los, los", rief er dann, "por favor, macht es mir nach..."
Zitternd griff ich nach dem Salzstreuer. Brian sah mich sonderbar von der Seite an.
"Meinst du wirklich...? Ich finde das irgendwie abstoßend", raunte er mir zu, während ich schon lustvoll an der Zitrone saugte.
"Na, du wirst doch wohl kein Spielverderber sein", hörte ich mich selbst sagen. Der Tequila brannte so herrlich im Bauch und da war noch ein anderes Feuer...und die Stimme mahnte, ich solle zur Vernunft kommen.
Widerwillig trank nun auch Brian, der Alkohol weder mochte noch vertrug und dem ersten Glas folgten weitere, bis die Flasche leer war.
"Donna Maria, hol uns noch eine Flasche", rief Felipe bester Laune, seine Brüder klatschten und sangen irgendein indianisches Lied.
Maria Cortés schüttelte bedauernd den Kopf, "perdón, ist nichts mehr da, nur noch Mesqual."
"Oh, si si dann trinken wir Mesqual", freute sich Felipe.
Kurz darauf stand eine Flasche auf dem Tisch in der ein ekliger Wurm schwamm.
"Gott, was´n das ?" lallte Brian bereits stark angetrunken.
"Agavenschnaps", erklärte Don Antonio knapp und verbarg ein hämisches Lächeln.
"Ich trinke auf die schönste Frau, die je hier zu Gast war." rief Felipe enthemmt.
Der Mesqual machte seine Runde. Einen trank Brian, sich schüttelnd. Auch ich leerte zwei Gläschen, die Welt war so warm und weich, Felipe sah so gut aus...und die mahnende Stimme wurde leiser.
Als auch diese Flasche so gut wie leer war, schüttete Felipe den Rest in Brians Glas.
"Dies kleine Schluck wirst du doch schon noch trinken, die Ehre wirst du uns doch wohl erweisen ?" sagte er provokativ mit suggerierender Stimme.
"Also gut", gab sich mein Mann geschlagen und leerte das Glas, woraufhin ein großes Geschrei den Raum erfüllte und Donna Maria ihre Söhne argwöhnisch beäugte.
Brian sah mich fragend aus glasigen Augen an.
"Ist alte Sitte", grölte Felipes kleiner Bruder, "wer Flasche leert muß Wurm essen."
Da saß mein gepflegter Mann der alles stets streng plante, derangiert und stierte fassungslos vor sich hin. Im Chor schrien die Brüder, "Wurm essen, Wurm essen."
Die Kraft sich zu wehren hatte er nicht, statt dessen beschloß er, den kollabierenden zu spielen und rutschte elegant unter den Tisch, woraufhin die drei Cortés Brüder den offensichtlich Bewußtlosen in sein Bett trugen.
Wenn er die Ohnmacht, wie ich es glaube, gespielt haben sollte, so hat er es jedenfalls sehr geschickt gemacht, allerdings habe ich nie erfahren wie es sich nun wirklich verhielt. Als ich kurz darauf nach ihm sah, lag er laut schnarchend in tiefem Schlaf.
Ich hingegen ging wieder zurück in die Küche, um noch ein kleines Gläschen zu trinken, wie ich mir selbst versuchte einzureden.
Es war angenehm still in der Küche, das Fenster war weit geöffnet und Rauchschwaden zogen hinaus in die mexikanische Nacht. Einen Augenblick lang dachte ich, alle seien ins Bett gegangen, dann jedoch sah ich Felipe in der im Schatten liegenden hinteren Ecke sitzen.
Einen Moment lang überlegte ich, einfach gute Nacht zu wünschen und mich auf dem Absatz herumzudrehen, doch das andere Gefühl war ungleich stärker.
Es war Freude, Glück darüber, dass Felipe noch wach war und alle anderen fort, dass ich mich nun zu ihm setzen und nur mit ihm allein sein konnte.
Dennoch machte die Situation mich etwas verlegen, ich ging zum Stuhl neben ihn und setzte mich.
"Wo sind denn alle so plötzlich hin ?"
"Sind alle zu Bett, meine Schöne. Aber ich wußte, du würdest noch einmal herunterkommen..." sagte er mit sanfter dunkler Stimme. Ein wohliger Schauer jagte gleichzeitig mit flammender Röte durch meinen Körper.
"Hm, ich hatte noch ein wenig Durst...", murmelte ich.
"Nicht nur Durst..." flüsterte Felipe, "...du bist auch hungrig, ich spüre es..."
"Nein, nein...", stotterte ich.
"Pst", hauchte Felipe und zog meine Hand an seine Lippen, ich ließ es geschehen, die Stimme schwieg. Nie zuvor hatte ich mir etwas so sehr gewünscht, als in seinen Armen zu liegen ...
"Sieh mal hinaus", forderte Felipe mich auf und zog mich sanft ans Fenster. Die Luft war herrlich frisch, der Himmel sternklar und über den Bergen leuchtete riesengroß der Vollmond. Er tauchte die karge wüstenähnliche Landschaft, die sich hinter dem Haus der Cortés schier endlos bis zum Horizont erstreckte, in ein zauberhaftes Licht. Riesige Säulenkakteen streckten ihre Arme dem leuchtenden Himmel entgegen. Irgendwo in der Ferne schien sich hinter einer Anzahl kleiner Büsche das Mondlicht auf geheimnisvolle Weise zu reflektieren.
"Ich hab noch nie vorher etwas Schöneres gesehen", schwärmte ich, und meinte damit nicht nur das was ich sah, sondern auch wie ich es sah, mit Felipe, der sich hinter mir dicht an mich drängte.
Ich spürte die Glut seines wundervollen animalischen Körpers, seine Männlichkeit und die Erregung, die mir verriet, das er auch mich begehrte.
"Hast du Lust ein Stück mit mir zu gehen?", fragte Felipe, in meinen Ohren doppeldeutig.
"Ja", hauchte ich nur.
Am Haken neben der hölzernen Haustür schnappte Felipe sich einen Rucksack, nahm meine Hand und Sekunden später liefen wir genau auf den Mond zu, jedenfalls erschien er in dieser Nacht unendlich groß und der Erde zum Greifen nahe.
Als wir den winzigen, von kargen kugeligen Sträuchern bewachsenen, Hügel erreichten, sah ich, dass dahinter ein kleiner See verborgen lag, der wohl auch die magische Reflexion des Mondlichtes in der vermeintlichen Wüste verursachte.
Mond und Sterne schienen im Wasser zu schwimmen, auf dessen Oberfläche nun auch die Silhouette zweier Menschen erschien. Felipe war stehengeblieben. Er zog mich in seine Arme, kraftvoll zärtlich fordernd, "ich will dich, por favor, sag, dass du mich auch willst."
"Ich will dich, Felipe", flüsterte ich, "..viel mehr, als ich je vorher etwas gewollt habe..."
Ich presste meinen hungrigen Körper an den seinen und er küsste mich unendlich lange. Das Spiel unsere Zungen war voller Leidenschaft.
"Warte", hauchte er nach endloser Zeit und holte eine Decke aus seinem Rucksack. Rasch breitete er sie auf dem Boden der Wüste aus und zog mich hinab zu sich.
In der nächsten Sekunde saß er auf mir, sanft und doch blitzschnell knöpfte er meine leichte Bluse auf unter der ich nichts weiter trug. Dann endlich spürte ich seine Hände auf meinen nackten Brüsten, deren Warzen er unvorstellbar sanft knetete, bis sie anschwollen und schließlich liebkoste er sie mit seinem sinnlichen Mund und seiner kreisenden Zunge, während er mir Jeans und Slip herunterzog und ich endgültig vollkommen nackt im Licht des Mondes vor ihm lag.
"Wie wunderschön du bist", schwärmte er, während auch seine letzten uns trennenden Kleidungsstücke
neben meinen landeten.
Er streichelte meine blonden Haare, fuhr liebevoll über mein Gesicht und bedeckte jede Stelle meines Körpers mit Küssen.
Ich tat es ihm nach. Ich streichelte und küsste jeden Millimeter seines wunderbaren kraftstrotzenden Körpers, saugte an seinen Brustwarzen und spielte mit meiner Zunge in jedem Winkel seiner Männlichkeit, so als müsse ich jede Stelle liebkosen und dürfte keine übersehen, da es nie wieder Gelegenheit geben würde, Vergessenes nachzuholen.
Erst als die erste Dämmerung hereinbrach drang Felipe ganz in mich ein.
Ich schrie vor Lust und befürchtete alle Wüstenbewohner aufzuwecken. Ich wand mich unter seinen kraftvollen rhythmischen Stößen und wünschte die Zeit bliebe stehen.
Wir zogen unser Liebesspiel endlos in die Länge, doch irgendwann brach der Damm, der Orgasmus überflutete meinen Körper in lustvollen Wellen nie gekannter Intensität und katapultierte mich sekundenlang in ungeahnte Dimensionen.
Kurz darauf folgte Felipe mir.
Es war schon fast hell, als wir engumschlungen unendlich entspannt, ganz ruhig nebeneinander lagen.
Das Blau des Himmels wurde bereits kräftiger, der Mond hatte der Sonne weichen müssen, als wir uns noch einmal ganz fest aneinanderpressten und uns einen langen intensiven Kuss gaben, von dem wir beide wußten, daß es ein Abschiedskuss war, als ob wir so ein paar Moleküle unserer Körper für immer bei dem anderen lassen könnten...
Auf dem Weg zurück zum Haus sprachen wir kein Wort.
Ein paar stumme Tränen liefen mir über die Wangen.
In dem Augenblick des höchsten Glückes hätte die Ewigkeit beginnen müssen, doch sie tat es nicht und so mußte ich zurück aus dieser Traumwelt in mein Leben, zurück zu meinem Mann der noch immer schlief und der nie erfahren durfte, was in dieser Nacht geschehen war, denn schließlich liebte ich ihn, wenn auch auf eine ganz andere Art wie ich Felipe liebte.
Am Nachmittag jenes Tages setzten Brian und ich unsere Hochzeitsreise fort.
Noch heute sehe ich Felipe am morschen Gatter des Hauses der Cortés stehen, winken und rufen "Adios, Hasta La vista !"
Manchmal wenn es mir ganz schlecht geht, denke ich daran einen Flug nach Mexiko zu buchen. Wer weiss- vielleicht werde ich es ja irgendwann einmal tun.