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Money, Honey!
von Uldo Posch

Manager heben ab, das wissen wir ja. Spätestens nach der öffentlichen Kritik in bezug auf Offenlegung der Gehälter in den Vorstandsebenen der Konzerne ist es klar, sie kriegen den Hals nicht voll. Transparenz ist nicht ihr Ding, doch noch deutlicher wird es, wenn man einen Manager mal auf einen seiner Wochenendausflüge begleitet. Da ist zum Beispiel der Typ, der sich am Samstag bei gutem Wetter in einen Heißluftballon begibt um in entsprechende Sphären emporzuschweben. Das Terrain kennt er ja aus seinem Tagesgeschäft. Ist er aber erst einmal abgehoben und hat sich auf seinem Trip durch die Lüfte auch noch mit einem Freund verabredet, den er eigentlich schon vor einer Stunde treffen wollte, wird es interessant. Er verirrt sich und an der Tatsache Hilfe zu konsultieren kommt er nun nicht mehr vorbei. Da er sich verfahren hat, unternimmt er den Versuch wieder auf die rechte Flugbahn zu kommen. Die Spaziergängerin die er unter sich bemerkt, scheint ihm also gerade im richtigen Moment zu begegnen. Er lässt seinen Ballon sinken und spricht diese Frau an: "Entschuldigung, können Sie mir helfen? Ich habe einem Freund versprochen, ihn vor einer Stunde zu treffen und ich weiß nicht wo ich bin."
Die Fußgängerin am Boden antwortet ihm freundlich: "Sie sind in einem Heißluftballon in ungefähr 12 m Höhe über dem Grund. Sie befinden sich zwischen 39 und 40 Grad nördlicher Breite und zwischen 55 und 56 Grad westlicher Länge."

Nun, soweit so gut denken wir hier, bis jetzt ein ganz normales Gespräch das sich allerdings folgendermaßen fortsetzt. Der einst so selbstsichere und gehaltvoll abgehobene Manager, entgegnet der Frau: „Sie müssen wohl Ingenieurin sein", stellt er eher fragend fest. „Bin ich auch, wie sind sie bloß darauf gekommen", antwortet sie. „Alle ihre Angaben sind technisch korrekt, allerdings habe ich keine Ahnung was ich mit ihren Informationen anfangen soll und außerdem weiß ich immer noch nicht, wo ich mich befinde. Offen gesprochen, haben sie meine Reise eigentlich nur verzögert und waren mir keine große Hilfe."

Das hätten wir uns ja denken können. Nicht nur das man für eine freundliche Auskunft derart barsch angefahren wird. Nein, da fragt man sich auch, wo diese Manager ihre Selbstsicherheit hernehmen. Liegt es vielleicht daran, das sie überbezahlt sind und noch nicht einmal ihre finanziellen Verhältnisse offen legen müssen oder darf man sich angesichts von Millionengehältern erlauben, so mit seinen Mitmenschen umzugehen?

Die freundliche Dame unter seinem Ballon hatte natürlich sofort bemerkt, das es sich um einen Mitarbeiter eines Führungsstabs handeln musste und sagte ihm folgendes: „Sie müssen im Management tätig sein?" „Ja, woher wussten sie", entgegnete dieser. „Ganz einfach, sie wissen weder, wo sie sind, noch wohin sie fahren. Außerdem sind sie aufgrund von heißer Luft in ihre jetzige Position gekommen. Sie haben ein Versprechen gemacht, von dem Sie keine Ahnung haben wie Sie es einhalten können und erwarten von den Leuten unter Ihnen, dass sie Ihre Probleme lösen. Tatsache ist aber, dass Sie in exakt der gleichen Lage sind wie vor unserem Treffen, aber jetzt soll ich irgendwie schuld sein!" So oder so ähnlich könnte es sich zugetragen haben und zeigt uns sehr deutlich, das es gar keinen Sinn macht, sich aufzuregen. Manche von den sogenannten Managern befinden sich in Höhen, wo die Luft recht dünn zu sein scheint. Wenn sie dann nach unten durchgereicht werden, dauert es noch sehr lange, bis sie begreifen, das die Realität und das Leben auf dem Boden der Tatsachen ein anderes ist. Einigen von ihnen, wäre es zu wünschen. Geld zu haben beruhigt zwar ungemein, ob sich Manager allerdings damit Anerkennung für ihre Performance erkaufen können, darf bezweifelt werden.

Herzlichst, Ihr
Uldo Posch

E-Mail: info@uldoposch.de

Homepages:
www.uldoposch.de
www.evas-garden.de

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