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Cocos Nucifera oder Kenia ist toll Part 2 und 3
von Uldo Posch

Erste Schritte auf dem Weg zur erfolgreichen Malariainfektion.
Bisher wusste man schlicht nicht, wie man sich erfolgreich die Malaria Erreger oder Überträger der Anopheles Mücke einfangen soll.

Doch jetzt ist endlich ein erster kleiner Schritt in die richtige Richtung getan, die leuchtende Malaria Mücke.

Stellen sie sich bitte vor, sie sitzen unter einer dieser Cocos Nucifera, es dämmert; Sie dämmern und dösen so vor sich hin, dann kann ihnen dieser putzige kleine Weggefährte durchaus das Gefühl vermitteln, ihr Lebensretter zu sein. Die Steinfrucht über ihrem Kopf wurde nämlich tatsächlich von einem dieser Einsiedlerkrebse abgezwickt und fällt nun mit ca. 9,804 Metern pro Sekunde in exakte Richtung ihres Schädels. Sie können sich ja selbst ausrechnen, wie lange es bis zum Einschlag und Spaltung der Nuss bei einer, sagen wir, 20 Metern hohen Palme dauern würde. Da vergehen Sekunden nicht wie Stunden, soviel steht fest.

Und nun tritt ihr vermeintlicher Lebensretter auf den Plan, die leuchtende Anopheles oder auch "Malaria Light" genannt.
Afrikanische Forscher haben der Mücke das Fluoreszenz-Gen einer Qualle eingesetzt, um Touristen vor den Tücken der Cocos Nucifera und ihrer vielseitigen Nutzer zu bewahren.

Die Nuss ist nur noch einen Wimpernschlag von ihrer Fontanelle entfernt, just in diesem Moment schwirrt vor ihren Augen diese liebliche Mücke heran und stört ihren Halbschlaf so sehr, das sie wie aus der Pistole geschossen aufschrecken, sich nach vorne beugen und versuchen beifallklatschend das Licht auszuschalten. Sie sind gerettet, die Steinfrucht, der Einsiedlerkrebs und der Schwarzbrenner haben ihr Ziel verfehlt, die Nuss kracht dumpf hinter ihnen in den Sand und hinterlässt einen kleinen Einschlagkrater.

Nachdem ihnen schnell klar wurde, das Dank dieser Mücke ihnen Schlimmeres erspart geblieben ist, führt diese Scheiß Mücke allerdings Böses im Schilde, wollte sie ihr Opfer, und das sind sie, doch nur vor dem Unfall mit der Kokosnuss verschonen damit sie in ihren bis dahin weitgehend unversehrten Körper, ihren Saugrüssel reinrammen, Blut abzapfen und dabei gleich ein bisschen Plasmodium austauschen kann.

Das hat Vor- und Nachteile. Erstens fangen sie ein bißchen an zu leuchten, das erleichtert ihnen den Heimweg und Blau ist ja auch nicht die schlechteste Farbe. Fieberschübe und Mattigkeit stellen sich erst sehr viel später ein, also keine Panik. Bei auftretenden Stromausfällen sind sie nun autark und sicher auch die Hotelattraktion am abendlichen Büfett unter freiem Himmel. Sie fühlen sich wohl und haben keine Probleme mehr, Kontakte zu knüpfen. Beim Landeanflug auf dem Frankfurter Flughafen gratuliert ihnen der Kapitän nach Aufsetzen der Maschine und dankt ihnen im Namen der Crew für die kostenlose Nachtbeleuchtung im Flugzeugbauch und überhaupt ist das erste Taxi auch gleich zur Stelle, Anopheles sei Dank. Sie fühlen sich ein wenig müde und schieben diesen Umstand der Tatsache zu, eine lange Flugreise hinter sich zu haben. Zuhause angekommen, kochen sie sich einen Tee und legen sich mit einer Lektüre von Johann Wolfgang von Goethe ins Bett um noch ein wenig zu lesen.

Sie gelangen an die Passage im Buch, wo Johann Wolfgang v. Goethe im Sterbebett liegt und seiner Zugehfrau mit schwacher Stimme den Satz beginnt: "mer li cht...daraufhinstelltsiedieFlammeinderÖllampe etwas größer) und Goethe beendet seinen Satz mit: ...hier so schlecht."
Goethe stirbt, unbequem aber hell erleuchtet. Sie? Sie schlafen ein, währenddessen ihr Licht langsam erlischt...

Die Mücke ist am Ziel. Und um das Thema abzuschließen....

Da Cocos Nucifera, Hai und Anopheles zum Erstaunen vieler, zuerst ihre Opfer ja immer vom Kopf her angreifen, möchte ich der Ausgewogenheit halber ihr Interesse auf eine weitere Gefahr aufmerksam machen, die sich eher den unteren Extremitäten widmen wird.

Der Seeigel!

Dieses Programm steht für: "SEHR ERWÄHNSENSWERT INDIVIDUELLE GESUNDHEITSLEISTUNGEN" und erfreut im indischen Ozean an Kenias Küste Besucher aus aller Welt. Eine Fußreflexzonenmassage ganz besonderer Art. Diese Form der alternativen Therapiemethode ist hervorragend dazu geeignet um, ihrem geschundenen und gestressten Körper wieder Leben einzuhauchen, gesetzliche Krankenkassen finanziell zu entlasten und obendrein ein unvergessliches Urlaubserlebnis zu sichern.

Flip Flops sind ja zur Zeit "en vogue", aktuell auch mit Absatz zu haben und doch haben sie einen entscheidenden Nachteil. Sie sind einfach nicht dazu geeignet sich im Wasser frei zu bewegen. Den Sand, der ihnen bei Betreten des Strandes zwischen den Zehen rieselt nehmen sie gerne in Kauf, doch halten sie sich bitte vom Wasser fern. Ich empfehle ihnen daher eher die hübsch-hässlichen Plastikbadeschuhe, die sie mit einem gekonnten Griff des Fixierriemens über dem Fuß passgenau in die entsprechenden Ösen einrasten lassen und damit sicherstellen, das "Echinometra Mathaei", der langstachelige Seeigel und ihr Fuß eine stabile Verbindung eingehen können. Der Fersenschutz des Schuhs unterstützt dabei nachhaltig die Stabilität und stellt sicher, das Stachel des Igels ungehindert durch die Schuhsohle dringen können und ihren Kreislauf mächtig in Schwung bringen.

Adrenalinschübe ungeahnter Intensität überzeugen sie vom Programm und zeigen ihnen, das Homöopathie mehr zu bieten hat, als die Schulmedizin uns immer weismachen will.

Nach Eindringen der natürlichen Injektionsnadeln des Igels beginnen sie, noch im Wasser, sehr schnell afrikanische Tänze aufzuführen und wundern sie sich bitte auch nicht über etwaige Urschreie, die sie ausstoßen werden. Das gehört zum Programm und gibt der sich um sie herum ansammelnden Menschenmenge das Gefühl, zuhause zu sein.

Entfernen sie bitte nicht einfach die Seeigel aus ihrem Fuß und dem Schuh durch Herausziehen, sie könnten die geschützten Therapiehelfer verletzen. Robben sie sich vielmehr zum Strand und warten sie einige Zeit, bis der Igel sich trollt und nach Beendigung des Feldversuchs von alleine aus dem Fuß eitert.

Sie müssen auch nicht erst bis zu Riff laufen. Die Helfer warten schon mancherorts nach wenigen Metern auf sie, um ihren Dienst am Menschen zu verrichten. Schreien sie bitte nicht zu laut, sie könnten einen Hai auf sich aufmerksam machen. Setzten sie sich auch bitte nicht nach dem Herausrobben aus dem seichten Bereich des Meeres unter eine Palme, sondern warten besser auf die einsetzende Dämmerung, damit ihnen die leuchtende Anopheles den Weg zurück zum Hotel weisen kann. Sollten sie dabei von ihr gestochen werden, auch okay. Denn sie werden diesen Schmerz nicht großartig merken, aber wenigstens ist ihnen ein Licht aufgegangen und sie müssen nicht bis zum nächsten Morgen auf Unterstützung warten.

Palmendiebe sind um diese Zeit recht aktiv, daher ist die Tatsache, das sie Bodenkontakt haben um nicht in deren Strandhöhlen hineinfallen zu können, nicht zu unterschätzen.

Vergessen sie bitte auch ihr Schweizer Taschenmesser nicht, auch dann nicht, wenn sie Nichtschweizer sind. Damit lassen sich die Fixierriemen der Badeschuhe über dem von der Hitze angeschwollenem Fuß hervorragend lösen. Die einsetzende meerseitige Brise verschafft ihnen angenehme Kühlung und einem eiskalten "Tusker Export" steht nach Eintreffen an der Hotelbar nun nichts mehr im Wege.

Herzlichst, Ihr
Uldo Posch

E-Mail: info@uldoposch.de

Homepages:
www.uldoposch.de
www.evas-garden.de

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