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Expedition Österreich
(Wenn Wiener Schnitzel jagen)
von Uldo Posch

Alljährlich nun steht wie immer das Sommerloch vor der Tür und abgesehen davon, das auch außerhalb dieser, so trostlosen Zeit, Meldungen wie „Spitalsbesucher würgt seine Frau" – „Schlechte Halbzeit-Bilanz für Sommerkinos" oder „Beschwerden über Fluglärm", an der Tagesordnung stehen und die Gazetten füllen, machen die Wiener jetzt mobil. Nicht nur, das sie Stroh aus den Köpfen der Politiker dazu verwenden, einen Abwehrwall gegen die geplante Nordostumfahrung zu errichten, Nein, ganz nebenbei haben sie Zeit gefunden, einer sich wachsender Beliebtheit erfreuenden Freizeitbetätigung zu widmen, der Schnitzeljagd. Und wer sonst, als die Wiener sind prädestiniert dazu, das auch zu können. Sollten Sie auf dem Heimweg vom Heurigen also etwa Gestalten begegnen, die mit gesenktem Haupt durch die Stadt ziehen, seien sie unbesorgt. Geocaching heißt das Stichwort und lässt sich am besten als eine Art moderner Schnitzeljagd beschreiben. Kurz und generalisiert gefasst: Es gibt Leute, die verstecken irgendwo Dosen voller kleiner netter Dinge sowie einem Logbuch. Und veröffentlichen das Versteck in Form von Koordinaten im Internet. Und nun sind auch einige Hundert Wiener auf den Geschmack gekommen und frönen diesem Freizeitspaß. Man trifft sie auf dem Stephansplatz oder auf dem St. Marxer Friedhof und in den von Zecken lauernden Außenbezirken genauso wie in Afghanistan und Zimbabwe, die Schnitzeljäger. Starr den Blick auf die Koordinaten ihres GPS Geräts gerichtet wird gesucht was das Zeug hält. Ob da einer das Sommerloch versteckt hat? Manche gehen mitten in der Nacht los, um das neueste Versteck zu finden und selbst wenn nicht, ist es doch der ultimative Kick mit hohem Suchtpotential und zeigt uns mal wieder sehr anschaulich, wie rasend schnell sich die Zeit verändert. Waren in der Steinzeit die Leute noch damit beschäftigt, sich Fußmatten aus Stein zu hauen – Traute Höhle, Glück allein -, von Sommerloch und Langeweile keine Spur, so findet man heute alte Spiele im neuen Gewand wieder. Ein Spiel, das im Jahr 2000 begründet, jetzt auch Wien erfasst hat und sich wunderbar dazu benutzen lässt, die Urlaubszeit zu überbrücken und mit Kind und Kegel endlich wieder mal an die frische Luft zu kommen. Und weil nicht nur das Finden Spaß machen soll, sondern auch das Verstecken, habe ich unter den Koordinaten N 48° 12.058 E 016° 22.481 nun das Sommerloch versteckt. Schauen sie mal nach, es könnte ganz in ihrer Nähe sein, denn hinter diesen Daten verbirgt sich der Schwarzenbergplatz in Wien und falls sie wieder auf Leute treffen werden, die den Kopf hängen lassen, haben sie kein Mitleid, denn es geht ihnen gut. Nur ein kleiner Tipp am Rande: „Bitte, Bitte verstecken sie nicht den Arbeitsplatz anderer Leute. Sonst wird aus dem Sommerloch noch ein Ganzjahrestief und das kann ja schließlich niemand wollen."

Herzlichst, Ihr Uldo Posch

E-Mail: info@uldoposch.de

Homepages:
www.uldoposch.de
www.evas-garden.de

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