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Gefährliche Rückschlüsse
Nena ist tot. Im Kochtopf gelandet. Nena war eine reizende Zwergkaninchendame und der Liebling
der zehnjährigen Katja. Die denkt, sie äße gerade Kalbsragout. Weit gefehlt.
Oma hatte Durchfall.“Was hat das damit zu tun?“ werden Sie nun fragen. Ganz einfach. Oma hatte
nicht nur Darmprobleme, sie ist auch Zeitungsleserin. Deswegen weiß sie nun, daß ihre
Beschwerden nur durch das Zwergkaninchen hervorgerufen wurden. Ja, und das hat Nena leider
nicht überlebt.
Kitti hat etwas mehr „Glück“. Das Rosettenmeerschweinchen wurde nur des Hauses verwiesen und
ins Tierheim gebracht. Tom, der achtjährige zweibeinige Freund unserer Kitti bekam nämlich
plötzlich tränende Augen und Schnupfen. Der Weg zum Allergologen (der vielleicht entdeckt hätte,
daß Birkenpollen daran schuld sind) war zu mühsam. Also entschied man sich, das
Meerschweichen zum Allergieauslöser zu erklären.
Franz und Franziska, zwei kleine Dackel , mußten heute morgen ein unangenehmes äußeres
Erlebnis verdauen, nachdem sie ihrer inneren Verdauung auf einer Wiese freien Lauf gelassen
hatten. Ein Mann mit Bart, dem die „Rache Montezumas“ im Gesicht geschrieben stand, schlug
dank Sommerwetters und mangels Schirm „nur“ mit einer Woolworth-Einkaufstüte auf Franziska
ein. Die „Häufchen-Entsorgungstüte“ in Frauchens Hand hatte er wohl nicht entdeckt in seinem
Haß auf kleine Geißeltierchen, die in fliegenden Zysten dem Staub des Hundekotes entweichen.
Dafür hat Franziska, die naturgemäß keine Zeitungsleserin ist, etwas gelernt: Männer mit Bart und
Woolworth-Einkaufstüte sind künftig besser rechtzeitig anzuknurren. Später wird man dies als
Beleg für die Aggressivität aller Hunde gut verwenden können.
All diese Ereignisse beruhen auf einer einfachen Erkenntnis: Tiere machen krank! Nicht nur die
eigenen Besitzer, sondern alle und jeden. Wußten es die Feinde der Tierhaltung nicht schon immer?
Und ist das nicht endlich mal ein gutes Argument im Kampf gegen alles, was nicht auf zwei Beinen
geht?
Auch Arko hat diese Rückschlüsse leider nicht überlebt. Arko ging zu und zu gerne auf Herrn
Meiers Grundstück, um sich seines Geschäftes zu entledigen. Herrn Meier hat das schon immer
geärgert. Statt nun mit Herrn Schmidt - Arkos Herrchen - einfach einmal darüber zu reden, damit
der seinerseits auf Arko einwirkt, griff er lieber gleich zu wirksameren Methoden. Wahrscheinlich
hätte es genügt, Arko dazu zu erziehen, nicht mehr in Nachbars Garten zu gehen. Hunde sind
nämlich oft einsichtiger als Menschen. Aber nein, Arkos letztes Stündlein hatte geschlagen, als er an
seinem Lieblingsörtchen eine Frikadelle fand. Das Rezept wich leider vom Normalen ab und war
tödlich. Eine schöne Henkersmahlzeit hat er wenigstens gehabt.
Währenddessen bemüht sich die Verfasserin dieses Artikels, selbst Hundebesitzerin, um einige
statistische Zahlen. Da sind z.B. die Megatonnen an Ausscheidungen, die in der Landwirtschaft
produziert werden. Allein 75 Mio to Methangas sollen dabei jährlich entstehen und zur
Erderwärmung beitragen. Wissenschaftlich müßte auch dringend erforscht werden, warum gemeine
Geißeltierchen sich auf Hunde- und Menschendarm beschränken sollten, oder ob sie nicht überall
in der Umwelt an unterschiedlichsten Stellen vorkommen. Die Formel “Hans hat Grippe, Franz
auch. Hans und Franz sind befreundet. Hans bekam die Grippe zwei Tage früher. Also hat Hans den
Franz angesteckt“ ist angesichts der Tatsache, daß zur selben Zeit vielleicht 5 Millionen Deutsche
die Grippe haben, etwas zu einfach. (Der Satz ist schrecklich, ich hoffe Sie konnten mir folgen).
Merkwürdig auch die Schlußfolgerung, daß Hunde diese Geißeltierchen beim Planschen in
Badeseen ins Wasser abgeben. Sind die doch offensichtlich keine Fell- oder Speichelbewohner,
sondern leben im Darm.Vielleicht auch in der Niere. Der Hund, der sein großes oder kleines
Geschäft im Wasser verrichtet, muß allerdings erst genetisch gezüchtet werden. Ein einfaches
menschliches Gen würde da wohl genügen. Auch das wissen wir nicht nur, aber auch, durch
Zeitungen und Schwimmbadtests.
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Christiane L.
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