So manches Mal hatte sie sich vorgestellt, wie es sein würde, wenn sie sich wieder sähen! Nun
wußte sie gar nicht, wie sie reagieren sollte und blickte ihn verlegen um eine Antwort an.
„Wie geht es dir? Wie lange haben wir uns nicht gesehen?“ fragte er neugierig und setzte sich
ohne zu fragen an ihren Tisch. Er war überwältigt davon, daß er sie nach so langer Zeit wieder
sah!
„Danke, gut! Und dir?“ Sie nippte an ihrem Erdbeer-Shake, um ihre Verlegenheit ein wenig
herunterzuspielen!
„Auch gut! Seit wann bist du wieder hier?“ fragte er und sah sie neugierig mit seinen strahlenden
grünen Augen an.
„Seit ein paar Tagen! Ich habe gerade ein Haus bezogen!“ meinte sie und sah ihm nun ebenfalls
offen ins Gesicht.
„Das finde ich ja großartig! Wie lange ist es her?“ Die junge Bedienung reichte ihm das bestellte
Frühstück, was sie jedoch gar nicht bemerkten. Sie sahen sich an und versuchten einander das
herauszufinden, was noch von damals übrig geblieben war.
„Nahezu 22 Jahre“, antwortete sie schließlich und lächelte verlegen! Sein Blick schien sie
förmlich zu durchbohren, um in ihr lesen zu können.
„Sieh mal einer an! Wie ist es dir ergangen in den letzten Jahren? Wo hast du gesteckt?“ fragte
er sanft und sie spürte, wie sein Blick sie zärtlich musterte! In diesem Punkt schien er sich nicht
verändert zu haben, dachte sie, ehe sie antwortete.
„Ich lebte in New York! Habe dort bei einer Zeitung gearbeitet!“ Sie leerte ihre Erdbeer-Shake
und lehnte sich zurück!
„Eine Journalistin bist du geworden! Was hat dich wieder hierher geführt?“ David war wild
entschlossen, alles über sie zu erfahren!
„Ich habe die Chance bekommen, ein Buch zu schreiben! Und das tue ich nun hier! Ich benötige
Ruhe dafür, und die werde ich wohl hier am allermeisten haben“, erklärte sie und plötzlich kam
sie zu dem Schluß, daß diese Aussage womöglich eine heimliche Lüge war! Sie saß dem
attraktivsten Mann, den sie je in ihrem Leben kennengelernt hatte, gegenüber und sprach von
Ruhe, was sie als Ironie des Schicksals deutete.
„Na ja, deine Familie wird sicher bald nachkommen, oder?“ David hatte ganz bewußt diese
Frage gestellt und hätte sich am liebsten gleich wieder auf die Zunge gebissen. So tief wollte er
nicht in ihre Privatsphäre eindringen. Und doch war es für ihn unumgänglich! Er wollte wissen,
was noch alles passiert war in ihrem Leben.
„Na ja, wenn man es Familie nennen kann, so werde ich wohl nur gelegentlichen Besuch
erwarten“, erklärte sie leise. Sie fühlte sich plötzlich unwohl in seiner Gegenwart. Er drang zu
sehr in ihr Leben ein und sie wollte es ihm nicht gestatten, jeden Falls zu diesem Zeitpunkt noch
nicht. Hastig erhob sie sich von ihrem Stuhl und nahm ihre Handtasche.
„Entschuldige, aber ich habe noch viel zu tun!“ erklärte sie schnell und eilte zum Thresen, um
ihren Erdbeer-Shake zu bezahlen. David war irritiert über ihre Reaktion und eilte ihr nach.
„Sehen wir uns wieder?“ fragte er schließlich und bezahlte ebenfalls sein Frühstück, welches er
in keinster Weise angerührt hatte.
„Sicher! Wir werden uns bestimmt mal über den Weg laufen“, erklärte sie knapp und maschierte
zur Glastür. Sie wollte ihm entfliehen, aber er lief ihr nach!
„Ich würde dich gern zum Abendessen einladen!“ sagte er schließlich, als sie bereits wieder
unter freiem Himmel standen. Die Sonne brannte vom strahlend blauen Himmel herunter.
Sie blickte ihn nervös an. Was sollte sie tun? Sie wollte nicht wieder eine schmerzliche Erfahrung
mit ihm erleben, obwohl schon so viel Zeit vergangen war. Aber er machte nicht den Eindruck, als
würde er schnell aufgeben.
„Deine Frau wird sicher was dagegen haben“, meinte sie und suchte nach ihren Autoschlüsseln
in der Handtasche.
„Ich bin Witwer!“ Jill blickte überrascht auf.
„Das tut mir leid, das wußte ich nicht!“ gab sie aufrichtig bedauernd zu. Nun wußte sie nicht
mehr, was sie sagen sollte.
„Das ist schon eine Weile her! Kann ich dich zum Essen ausführen? Vielleicht morgen abend?“
fragte er nun bohrend weiter. Jill lächelte und war erstaunt, daß er seine Hartnäckigkeit nicht
verloren hatte.
„Zeit für ein Gedicht?t du, daß es eine gute Idee ist?“ fragte sie dann unsicher.
„Ich glaube, das ist die beste Idee, die ich seit langem habe! Na? Darf ich dir das Nachtleben ein
wenig zeigen?“ Seine Stimme klang hoffnungsvoller! Jill überlegte und sie kam zu dem Schluß,
daß es wohl nicht schaden könnte, sich darauf einzulassen.
„Na gut, ich nehme die Einladung an!“ Sie lächelte ihn verlegen an. Sie war schon lange nicht
mehr zum Essen eingeladen worden.
„Prima! Ich hole dich ab! Wie wäre es mit acht Uhr?“ fragte er.
„Das ist eine gute Zeit!“ Einen kleinen Notizblock und Kugelschreiber holte sie aus der
Handtasche hervor und notierte ihre Anschrift. Mit einer leicht zitternden Hand überreichte sie
ihm ihre Notiz. Wie ein nervöser Schuljunge tippelte er von einem Bein auf den anderen und
freute sich bereits jetzt schon auf den Abend mit ihr.
„Acht Uhr“, meinte sie.
„Ich wünsche dir noch einen schönen Tag!“ wisperte er ihr lächelnd zu und nun war er bereit, sie
gehenzulassen.
„Das wünsche ich dir auch, bis morgen abend!“ verabschiedete sie sich von ihm und ging die
Straße zu ihrem Wagen. David beobachtete sie, wie sie anmutig und leichtfüßig des Weges
entlang ging. Bewundernd ruhte sein Blick auf ihr, bis sie in den Wagen stieg und eilig davon
brauste. Sein Tag hatte eine entscheidende Wende genommen und gut gelaunt und fröhlich vor
sich hinträllernd nahm er seinen Weg zum Büro wieder auf. Der Tag war für ihn gerettet!
Der Roman „Der 2. Sommer“ wird von drei Hauptfiguren gestützt. Die
wichtigste Figur ist Jill Houghton, erfolgreiche Journa-listin und
Kolummnistin bei der New York Times. Wirkt sie im Beruf sehr selbstbewußt
und zielstrebig, so verhält sie sich in ihrem Privatleben doch zurückhaltend
und äußerst schüchtern. Vor allem nach der Scheidung von ihrem Mann Peter,
der jedoch nur am Rand erscheint. Sie hat ihren Sohn Marc seither allein
erzogen und ist sehr stolz auf seine vorraussichtliche berufliche Karriere
als Anwalt. Marc Houghton spielt eine entscheidende, wenn auch
hintergründige Rolle in „Der 2. Sommer“. Er ist jung, dynamisch und
ehrgeizig und trotz aller Bemühungen fällt ihm die elterliche Scheidung noch
immer sehr schwer.
Die zweite Hauptfigur ist der selbstständige David Farron, der sich eine
Werbeagentur aufgebaut hat. Er ist attraktiv und wird von den Frauen sehr
begehrt. Doch seit dem Tod seiner Frau Dalia lebt er sehr zurückgezogen in
der Vorstadtvilla und konzentriert sich hauptsächlich auf seine Arbeit.
Die Schlüsselfigur des Romanes „Der 2. Sommer“ ist jedoch David Farrons
Schwester Patrizia. Sie ist intrigant, arrogant und gefühlskalt. Nach der
Scheidung von einem gutsituierten Sportmanager, durch dessen Abfindung sie
reich geworden ist, zog sie zu ihrem Bruder in die Villa und macht ihm das
Leben mit ihren kleinen spitzen Bemerkungen und ihrer vorgespielten Fürsorge
schwer.
„Der 2. Sommer“ handelt von jenem Sommer, in dem Jill Houghton und David
Farron ihre alte Liebe, die vor über 20 Jahren passierte, der sogenannte 1.
Sommer, neu aufleben lassen. Sie kehrt in ihre Heimatstadt zurück, die sie
als junges Mädchen von 18 Jahren plötzlich und über Nacht verlassen hatte,
um ein neues Leben in New York zu beginnen. Wieder zurück möchte sie sich
nun eine neue Karriere als Schriftstellerin aufbauen.
Doch die Liebe, gerade neu entflammt, wird jäh gestört durch Patrizia
Farrons Spitzfindigkeiten und Intrigen, die alte Wunden neu aufreißt.
Für Jill Houghton und auch für David Farron beginnt eine Reise in die
Vergangenheit, die über 20 Jahre zurückliegt. Dabei stolpern sie über dunkle
und tief verborgene Geheimnisse, die bereits damals schon, als sie noch jung
waren, ihre Liebe zum Scheitern verurteilten.
„Der 2. Sommer“ ist ein gefühlvoller Frauenroman, der Leserinnen in den
besten Jahren deutlich machen soll, daß man nie aufgeben soll und für seine
Ideale, und wenn sie noch so unwirklich erscheinen, einstehen muß, um
letztendlich doch noch das Ziel zu erreichen.
Mein Roman "Der zweite Sommer" erscheint vorraussichtlich im Dezember diesen Jahres, genauer
Termin steht wegen organisatorischen Problemen noch nicht fest. Es gibt auch einen passenden
Verlag dazu, nämlich den hausgemachten "Monalou's Buchverlag".
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