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Gernot Breimann

Die Schönste

Dein Haar glänzt diamantenschön
Und breitet meinen Herzensstrom
Auf Dächerwellen, steilen Höhen
Werfe ich die Sterne um
Und pflücke sie dir wild ins Haar
Ein Königinnenschein so nah

Wo waren all die Schützen bloß?
Als du mich machtest Herzensgroß
Und gefügig, unstolz, weich
An Demut gar so reich
Ein Bettler der nach Liebe schreit
Unbeholfen vorwärts eilt

Du Schönste aller schönen Frauen
Im Fieberkleid aus nächtlicher
Bescheidenheit
Du machst mich zitternd
Machst mich feurig
Was hast du aus mir gemacht?
Im Heidenreich aus rotem Blut
Dies rare Zittern mir entfacht
(Was würdigt dich noch nicht?)

Beblättert’ Lenden mich verführen
Mich so unfromm, zart, berühren
Doch das Tor bleibt fest verankert
Geilheit jagt mich in die Nacht
Und dein Lächeln macht mich zornig
Hast mich zwingend aufgebracht

Die Angstwogen schlenkern stur dahin
In deinen Augen im Meeresgrün
Jetzt streckst du deine Arme aus
Schickst mich töricht gleich nachhaus
Doch ich strebe nach dem Mund
Der vom Küssen gar so wund

Du Schönste aller schönen Frauen
Im Fieberkleid aus nächtlicher
Bescheidenheit
Du machst mich zitternd
Machst mich gierig
Was hast du aus mir gemacht?
Im Heidenreich aus rotem Blut
Dies rare Zittern mir entfacht
(Was würdigt dich noch nicht?)

Wer hält mich jetzt noch von dir fern?
Wenn er stürzt, der rote Stern
Wer hilft dir jetzt mich zu halten?
Wenn ich krieche, durch die Falten

Du hast mich viel zu schön berührt
Mit einer Lüge mich verführt
Hab keine Lust mehr zu erfrieren
Du willst doch auch mein Herz berühren
(Und dort im Schoß das Feuer spüren)

Du Schönste aller schönen Frauen
Auf Unwollen kannst du nicht bauen
Denn erst das Tier erzittern lassen
Es dann später nur noch hassen
Bringt dich in des Teufels Küche
Zuviel an lockenden Gerüchen
Zuviel von deinem Hauptversprechen
Ist nicht mehr, als ein Verbrechen

Scheue nicht!
Bereue nicht!
Den Schwur zu halten
Ist des Lebens Pflicht!

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