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Festessen

Es ist ein trüber Sonntag, der sich noch befindet im August.
Der Erfolgsmensch liegt schon seit viel zu vielen Stunden wach im Bett.
Er findet, dieser öde und graue Tag ist nur voller Frust.
Ja, ja. Seine Blondine war immer so nett und so adrett.

Da kommt ihm plötzlich ein greller aber rettender Geistesblitz.
Ganz geblendet ist davon der von der Liebe verlass'ne Fritz.
Er wird ein Festessen in seinem Schloß veranstalten lassen.
Er und seine sehr reichen Freunde werden ordentlich prassen.

Gesagt, getan zum schon vergoldeten Telefon gegriffen,
die Rothschilds und Schwarzenbergs werden schnellstens herangepfiffen.
Dann wird sein ihm treuest untergebene Hofstaat informiert.
Der Hausherr muß schlußendlich vereinbaren, was man hier serviert.

Die goldene Uhr am Gang schlägt 12, Mittagszeit sozusagen.
Es kommen die ersten prominenten Gäste, die es wagen,
sich hier in diesem gar ehrenwerten Hause einzufinden.
Keiner hat vergessen, sich seinen Kulturstrick umzubinden.

Inzwischen haben sich endlich alle im Haus eingefunden,
um den großen, gedeckten, mächtigen Tisch, den allzu runden,
Der erste Schlemmergang, die Nudelsuppe, wird feinstens serviert.
Noch verhalten sich die Gäste im Raum ganz fein und kultiviert.

Jetzt hört man schon die ersten ungeduldigen Gäste schlürfen.
Sie haben nicht gefragt, ob sich das hier schickt und sie das dürfen.
Doch durch das allgemeine Stillschweigen wird es hier genehmigt.
Es wird bei dieser Speise verschüttet nicht gerade wenig.

Die vorzügliche Suppe hat man nun endlich überwunden.
So mancher streicht sich selbstvergessen über den Bauch, den runden.
Man wartet ungeduldig auf den nächsten umfangreichen Gang,
der dann gefuttert werden soll in rücksichtslosem Überschwang.

Hähnchen in Rotweinsoße werden eiligst hereingetragen.
Vor Gier die Herzen der einzelnen Besucher höher schlagen.
Kaum daß das fein bereitete Gericht wird auf den Tisch gestellt,
ein jeder gleich das Besteck ergreift und gierig darüberfällt.

Es wird geschmatzt, unfein geprustet und viel zu viel gesoffen.
Keine Krawatte, ob schwarz oder weiß, die noch nicht ist offen.
Der runde Tisch schaut aus, ich will es lieber doch nicht sagen.
Hier und da fein abgenagte Hühnergebeine aufragen.

Das Geflügel hat jetzt das letzte Mal das Licht der Welt erblickt.
Der Rest vom Wein wird in die vollgefüllten Mägen nachgeschickt.
Noch einmal wird gestattet eine kurze, notwendige Rast,
bevor man sich auf das süße Dessert stürzt - mit gieriger Hast.

- Und der Rest ist schweigen.

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