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Mißgeburt

Hier liege ich im Mutterleib allein,
so fein gegliedert und so winzig klein.
Mir ist hier, wie soll's sonst sein, gar nicht fad,
wenn ich nur denke an des Doktors Rat:
„Mit gar nichts soll man es übertreiben.
Immer schön am stabilen Boden bleiben.“

Er hat sicherlich recht der gute Mann.
Was er doch nicht alles hinkriegen kann:
Operieren vieles noch und nöcher,
zusammenflicken gar große Löcher.
Leben schenken, das könne er wohl auch.
Ich finde, das ist ein sehr guter Brauch.

An was man so ohne Grund alles denkt,
wenn einer an der Nabelschnur festhängt.
Sind die tiefen Ozeane noch blau?
Ist der Himmel durch Rauch immer noch grau?
Haben alle Menschen eine Seele?
Rinnt der Schnaps durch eines Trinkers Kehle?

Zu diesem Zeitpunkt weiß ich es noch nicht.
Ob man wohl die schlechten Personen richt'?
Doch was mache ich mir solche Sorgen.
Ich warte am besten auf den Morgen
an dem ich dann endlich komme zur Welt.
Ob sie mir wirklich immer gut gefällt?

Halt, was wird denn da mit ihr so gemacht?
Meine Mutter legt sich ganz plötzlich flach,
so wie sie's vor kurzem hat genossen.
Aber diesmal ist's anders, Genossen.

Irgendwer werkt an ihr und mir herum.
Sie werden doch nicht wirklich sein so dumm?
Sie sind es schon, ich spür's voll Grau'n bereits.
Für mich kommt bereits jetzt die große Zeit.

Ich werde ganz langsam immer schwächer,
leere bis zu Neige meinen Becher.

Oje, jetzt hab' ich aber Pech gehabt.
Nun hat mich meine Mutter umgebracht.

Habe ich denn gar etwas verbrochen?
Hab' ich in den Mutterleib erbrochen?
Oder bin ich vielleicht gar kein Wesen?
Bin unwicht'ger als ein alter Besen?

Bin behindert, ein ekliger Krüppel?
Keiner schwingt mehr gegen mich 'nen Knüppel.
Denn dazu müßt ich wenigstens Leben.
Wagen, trotzdem mein bestes zu geben.

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